Langzeitarbeitslose integrieren

„Endlich wieder gebraucht werden“

Über die langfristige berufliche Perspektive von Simone Pieper (Mitte) freuen sich Martin Steinmeier (l., Geschäftsführer Jobcenter AHA), Andreas Ortkemper (2.v.l.m Geschäftsführer Seniorenzentrum Metropol), Norbert Neitemeier (2.v.r., Hausleiter Seniorenzentrum Metropol) und Martin Olschefski (r., Betriebsakquisiteur). (Foto: AHA/Elisabeth Bormann)

15.02.2016 - Seit gut sechs Monaten arbeitet Simone Pieper als Pflegeassistentin im Seniorenzentrum Metropol in Bad Waldliesborn. Dabei hatte sie zuvor schon längere Zeit nach einem neuen Arbeitsplatz gesucht. Doch ohne Erfolg. Mit Hilfe des Jobcenters Arbeit Hellweg Aktiv (AHA), das ihren beruflichen Wiedereinstieg mit dem neuen Programm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit des Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt hat, ist ihr nun der Neustart geglückt.

Seit Mai 2015 beteiligt sich das Jobcenter an dem neuen Förderangebot. "Das neuen Programm zeichnet sich durch drei wesentliche Merkmale aus", schildert Martin Steinmeier, Geschäftsführer des Jobcenters. "Erstens ein Betriebsakquisiteur spricht die Arbeitgeber vor Ort an und akquiriert Stellen gezielt für langzeitarbeitslose Frauen und Männer. Zweitens kommt ein Arbeitsverhältnis zustande, kann dieses ungewöhnlich hoch und lange finanziell gefördert werden und drittens sorgt ein Jobcoach dafür, dass das Beschäftigungsverhältnis auch nachhaltig bestehen bleibt. Aufkommende Unstimmigkeiten können so sofort ausgeräumt werden." Insgesamt wird das Jobcenter bis zum Juli 2017 100 Langzeitarbeitslose über das Programm in den allgemeinen Arbeitsmarkt integrieren. Mit 92 Plätzen werden vor allem Frauen und Männer gefördert, die seit mehr als zwei Jahren keiner Arbeit mehr nachgegangen sind und Leistungen des SGB-II erhalten. "Weitere acht Stellen möchten wir mit Kunden besetzen, die schon seit fünf Jahren vergeblich einen Arbeitsplatz suchen", berichtet Martin Olschefski, Betriebsakquisiteur im Programm. "Viele Arbeitgeber sehen dieses Programm als Chance und freuen sich ihren neuen Mitarbeitern eine Perspektive geben zu können."

Ähnlich war es auch bei Simone Pieper. Gerne wollte sie nach längerer Krankheit und Arbeitssuche wieder durchstarten. "Sie war von Anfang an motiviert und hat uns schon bei der Probearbeit überzeugt", erinnert sich Norbert Neitemeier, Hausleiter des Seniorenzentrums Metropol. "Ihre offene und herzliche Art kam bei unseren Bewohnern sofort gut an." Dabei war sie zunächst etwas skeptisch, ob sie Beruf und Familie gut miteinander vereinbaren können würde. "Doch jetzt bin ich froh, diesen Schritt gemacht zu haben", sagt die neue Mitarbeiterin. "Es tut gut, gebraucht zu werden und ich bin so froh, wieder mein eigenes Geld zu verdienen und nicht mehr vom Jobcenter abhängig zu sein. Das macht mich stolz." Dank des Förderprogramms hat sie nun auch eine langfristige Perspektive. "Wenn Frau Pieper möchte, kann sie später auch eine Ausbildung zur Altenpflegerin bei uns machen und hat dann noch bessere Verdienstmöglichkeiten. Examinierte Altenpflegekräfte sind gefragte Fachleute", so Neitemeier. "Sie hat jetzt wieder einen Fuß in der Tür des Arbeitsmarktes und ihr stehen viele Möglichkeiten offen."

Bisher konnte das Jobcenter elf Personen über das Programm, das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wird - vermitteln. Dabei wurden Arbeitsplätze in verschiedenen Branchen akquiriert. Vom Hausmeister, Wachmann über die Helferin im Pflegebereich bis zum Schuhmacher wurde ein breites Spektrum bedient. Interessierte Arbeitgeber erhalten weitere Informationen bei den Betriebsakquisiteuren Kirsten Oertel (Telefon: 02941-28679 225) und Martin Olschefski (Telefon: 02921-106 877).