Potential nutzen

BVMW informiert sich im Jobcenter über Minijobumwandlung

Einen informativen Abend rund um den Minijob boten Andreas Kerschl (BVMW; v.l.), Bernhard Duffe (Steuerberater), Cordula Sczesny (Soziale Innovation) und Martin Steinmeier (Jobcenter).
Einen informativen Abend rund um den Minijob boten Andreas Kerschl (BVMW; v.l.), Bernhard Duffe (Steuerberater), Cordula Sczesny (Soziale Innovation) und Martin Steinmeier (Jobcenter).

Der Minijob hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Wie er sich genau entwickelt hat, stellte Cordula Sczesny vom Unternehmen Soziale Innovation bei einem Arbeitgebertreffen des Bundesverbandes der Mittelständischen Wirtschaft (BVMW) im Jobcenter am vergangenen Montag vor.

"Denn entgegen des ersten Eindrucks ist der Minijob in vielen Fällen inzwischen für Arbeitgeber viel teurer als eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung", so die Referentin. Für viele Menschen ist der Minijob eine wichtige finanzielle Stütze. Gerade Rentner und Frauen mit Kindern nutzen oftmals diese (Zu-) Verdienstmöglichkeit. "Und Arbeitgeber empfinden den Minijob als flexibel und scheinbar unbürokratisch. Dabei ist das Gegenteil oft der Fall", beschreibt Sczesny die Situation. "Bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass für einen Minijob viel dokumentiert und verwaltet werden muss. Zudem ist der Arbeitgeberbeitrag für einen Minijob höher, als für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung." Bei einer so genannten Festanstellung erwirbt der Arbeitnehmer zusätzliche Absicherungen und Ansprüche hinsichtlich Rente, Krankengeld und Kuren. "Dies fällt bei einem Minijob alles weg. Eine Ausweitung des Minijobs auf eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bietet also beiden Seiten eine win-win-Situation", ergänzt Bernhard Duffe, Steuerberater aus Soest. In Zeiten des Fachkräftemangels bietet eine Ausweitung des Minijobs die Möglichkeit vakante Stellen dauerhaft mit motivierten und bereits erfahrenen und eingearbeiteten Kräften zu besetzen. "Das Thema Minijob wird oft unterschätzt, dabei gibt es in Nordrhein-Westfalen mit 1,8 Millionen Minijobber, ein enormes Potential an Fachkräften, das nur aktiviert werden muss", resümiert Martin Steinmeier, Geschäftsführer des Jobcenters.